Keine Baufinanzierung ohne Sicherheitsnetz!
Eine Baufinanzierung stellt eine langfristige finanzielle
Belastung dar, die nicht so ohne weiteres an eine Veränderung
der Lebensumstände und damit eine Veränderung der
Einkommensverhältnisse anzupassen ist. Im Gegensatz zum
Mieter, der zur Not in einer günstigere Wohnung umziehen
könnte steht der Kreditnehmer in seiner Zahlungsverpflichtung,
derer er sich nur durch einen mit Verlustrisiken verbundenen
Notverkauf entledigen kann, und im ungünstigsten Fall
deckt der Verkaufserlös noch nicht einmal die gesamten
Verbindlichkeiten aus den Hypotheken.
Um sich vor diesem "Worst-Case" zu schützen,
sollte man ganz einfach einige Vorkehrungen treffen:
Liquidität im Auge behalten
Zwar wird dem Immobilienkäufer von vielen Seiten geraten,
soviel Eigenkapital wie möglich einzusetzen, um die laufende
Belastung möglichst klein zu halten bzw. die Abtragungsdauer
zu verkürzen, jedoch bergen diese Pauschalempfehlungen
erhebliche Gefahren für den Kreditnehmer, wenn unvorhergesehene
Investitionen fällig werden oder vorübergehende
Einnahmeausfälle drohen. Nicht selten sind dadurch schon
augenscheinlich solide finanzierte Objekte zu einem Notverkaufsfall
geworden.
Gerade in Zeiten relativ moderater Baufinanzierungszinssätze
sollte zugunsten einer soliden Liquiditätsrücklage
lieber etwas mehr Fremdkapital aufgenommen werden, um derartige
Engpässe gar nicht erst entstehen zu lassen.
- Auch in guten beruflichen Positionen kann es einmal im
Rahmen eines Arbeitgeberwechsels zu vorübergehenden Einnahmeminderungen
oder gar -ausfällen kommen. Wer hier über eine Liquidität
von einer Gesamtjahresbelastung der Baufinanzierungsrate verfügt,
macht sich einigermaßen unempfindlich für dieses
Risiko.
- Bei einer Immobilie kann immer einmal unvorgesehener Investitionsbedarf
entstehen. Da wird bei einer Eigentümergemeinschaft plötzlich
die Notwendigkeit einer umfassenden Balkonsanierung beschlossen,
das Treppenhaus oder die Fassade soll neu gestrichen werden
(und die Rücklagen reichen womöglich dafür
nicht aus), die Heizung gibt den Geist auf, es werden plötzlich
doch noch Anliegerbeiträge für einen Straßenausbau
fällig oder der Eigenheimbesitzer entdeckt Feuchtigkeit
im Keller.
Viele Eigenheimkäufer glauben, man könne ja im
Notfall lieber noch nachfinanzieren als schon von Anfang an
Vorsorge für derartige Vorfälle zu treffen, dies
ist aber meist mit erheblichen Umständen, Kosten und
hier und da auch mit Risiken verbunden. Wer beispielsweise
15.000 Euro für seine Kellersanierung nachfinanzieren
will, wird sich über Kleindarlehenszuschläge und
Eintragungskosten im Grundbuch sowie Rechnungen des Notars
ärgern. Wer vorübergehend arbeitslos wird, braucht
nicht auf eine Stundung der Baufinanzierungsraten zu hoffen,
auch wenn noch soviel Eigenkapital in das Vorhaben eingebracht
wurde.
Last but nort least: Bei (teil-)vermieteten Objekten muß
immer ein möglicher Mietausfall einkalkuliert werden
!
Je nach Zustand und Vermietungsgrad der Immobilie sollte
mindestens eine Geldreserve von rd. einer Baufinanzierungsjahresrate
zzgl. 5 - 10% des Anschaffungspreises verfügbar sein.
Hinterbliebenenversorgung
Eine Todesfallabsicherung sollte für jeden Immobilienkäufer
selbstverständlich sein, um seine Angehörigen vor
entsprechenden finanziellen Folgen zu schützen. Als reine
Risikolebensversicherung, deren Summe auch an den Verlauf
der Restschuld zugunsten niedrigerer Prämien angepaßt
werden kann, ist sie für jedes Vorhaben bezahlbar.
Übrigens: Es herrscht weitverbreitet die irrige Meinung,
man sollte nur die / den sogenannten "Versorger"
der Familie absichern, also den-/diejenige, die aktiv im Erwerbsleben
steht. Dabei wird die Leistung der Hausfrau bzw. des Hausmanns
quasi als nicht vorhanden eingestuft; spätestens dann
aber, wenn der Fall tatsächlich eingetreten ist, wird
an Hand der Kosten für eine Haushaltshilfe und die Kinderbetreuung
deutlich, wie unsinnig diese Betrachtung ist.
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Berufsunfähigkeitsversorgung
Sie ist zwar nicht ganz billig und der Abschluss
ist oft mit Schwierigkeiten bzgl. der immer strengeren Annahmepolitik
verbunden (siehe
BU-Thema) aber vor dem Hintergrund einer laufenden Baufinanzierung
noch wichtiger, als sie eh schon ist. Im Rahmen einer professionellen
Beratung in Baufinanzierungsfragen sollte eine ausreichend
hohe Berufsunfähigkeitsversicherung als fester Ausgabenbestandteil
fest eingeplant sein. Überprüfen Sie auch in jedem
Fall eine etwaig bereits vorhandene BU-Absicherung !
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Zinsbindung Prüfen Sie von Anfang an, ob Ihre Einkommensverhältnisse
und Ihre Absicherungen (s.o.) eine Zinserhöhung auf ein
Niveau von 9 - 10 % p.a., wie es Anfang der 90er Jahre herrschte,
verkraften. Bedenken Sie auch den Wegfall etwaiger Förderungen
wie Eigenheimzulage und Baukindergeld nach 8 Jahren. Wer hier
wenig Spielraum sieht, sichert sich das derzeitige Zinsniveau
für einen Zeitraum von 15 Jahren und länger, auch
wenn er dafür momentan höhere Zinsen in Kauf nehmen
muß.
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